Kultur

Soll das Sangerhäuser Mammut wirklich umziehen?

Die Diskussion um die Zukunft des Spengler-Museums und die Verbesserung der Besucherzahlen des Rosariums der Kreisstadt Sangerhausen trägt immer buntere Blüten.

Sangerhausen. Die Diskussion um die Zukunft des Spengler-Museums und die Verbesserung der Besucherzahlen des Rosariums der Kreisstadt Sangerhausen trägt immer buntere Blüten. Angefeuert leider auch vom Sangerhäuser Hauptverwaltungsbeamten und Oberbürgermeister Sven Strauß (SPD), der die Idee der Versetzung, eines der Hauptanziehungspunkte des fast 70 Jahre alten Museums, vom Mammutsaal in den Rosengarten „charmant“ findet.
Hintergrund der derzeitig mehr als überhasteten Diskussion ist das Förderprogramm des Bundes für strukturschwache Regionen im Rahmen der Folgen der Einstellung des Braunkohleabbaus und der damit verbundenen einmaligen Förderung des Europarosariums für eine neue Ausstellungshalle im Garten selber.
Wieder einmal werden hier zwei für unsere Region notwendige Institutionen, das Museum und das Rosarium, welches leider beides sogenannte „freiwillige“ (also nicht zwingend notwendige) Leistungen sind, gegeneinander ausgespielt und damit auch aufs Spiel gesetzt. Ein Spiel mit dem Feuer, bei der möglicherweise die Gefahr mehr als relevant ist, dass das Eine oder Andere unwiderruflich verloren geht. Diesem muss unbedingt Einhalt geboten werden.Seit Monaten versucht der Wirtschaftsausschuss des Stadtrates der Stadt Sangerhausen, immer wieder auf Vorbehalte durch die Verwaltung stoßend, eine Arbeitsgruppe zur Erarbeitung einer neuen Konzeption für das Spenglermuseum auf den Weg zu bringen. Statt sich als Verwaltung hier an die Spitze einer solchen AG zu stellen und die Kulturlandschaft in unserer Kreisstadt zu stärken und auf längere Zeit zu sichern, werden Ausreden gefunden, um alles auf die lange Bank zu schieben.
Neben den notwendigen großräumigen und notwendigen Arbeiten an der baulichen Substanz des ersten Museumsneubaus in der DDR-Geschichte bedarf es auch einer konzeptionellen Neuausrichtung und Modernisierung der inhaltlichen Museumsarbeit, um mehr Besucher in das heimatgeschichtliche Haus zu locken. Auch die Vermarktung des Museums muss untersucht und deutlich verbessert werden. Hier gilt es sofort zu beginnen !
Selbstverständlich freuen sich Kommunen, vor allem Kommunen mit mehr als knapp geführten Haushalten immer über finanzielle Förderungen von EU, Bund oder Land. Auch über eine Förderung des Europarosarium wären wir glücklich. Jedoch noch glücklicher, wenn wir selbst über die Mittelverwendung entscheiden dürften. Denn nicht ein fehlendes Gebäude im Rosengarten macht uns seit vielen Jahren Probleme, sondern die dauernde finanzielle Belastung im Haushalt der Stadt. Hier bedarf es eher einer Dauerförderung des Bundes bei den enormen Betriebs- und Unterhaltungskosten. Außerdem würden mit einer solchen dauernde Hilfe auch der Einmaligkeit der weltgrößten Rosensammlung durch den Bund Rechnung getragen.
Alles in allem kann man nur sagen, vor derart gefährdenden Aussagen und Meinungsäußerungen sollten fachgerechte Diskussionen unter Einbeziehung der Fachgremien und der Bürgerinnen und Bürger erfolgen, um beiden Objekten eine Chance der positiven Entwicklung zu geben.

Holger Hüttel

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