Politik

Sangerhäuser FDP-Fraktion lud zu Gespräch mit Badplaner ins Stadtbad ein

Die Sängerhäuser FDP-Fraktion lud Stadträte, Verwaltung sowie Bädergesellschaft und einen kompetenten Architekten und Badplaner zwecks Ideenfindung zur denkmalgerechten Sanierung ins Stadtbad ein.

Sangerhausen. Am vergangenen Freitag um 11:00 Uhr folgten einige Stadträte aus den Fraktionen von der Linken, der CDU, der B.I.S. und der FDP einer Einladung der Sangerhäuser FDP-Fraktion zu einer auf dem Gelände des Stadtbades stattfindenden öffentlichen Fraktionssitzung. Leider lehnte der Oberbürgermeister Strauß (SPD) eine Teilnahme der Verwaltung ab, sodass es damit keinen Vertreter der Verwaltung der Stadt Sangerhausen bzw. der Bädergesellschaft gab.
Zusätzlich eingeladen war ein anerkannter Architekt und Badplaner (Herr Hein), welcher mit seinen langjährigen Erfahrungen und seiner Fachkompetenz – er hatte auch über viele Jahre hinweg selbst ein Freibad geleitet - die Fraktionssitzung begleiten sollte.
Zunächst trafen sich die Stadträte, die sachkundigen Einwohner sowie der Badplaner Herr Hein vor dem Eingangsgebäude (Bild), um als erstes den imposanten Bau im Bauhausstil zu bewerten sowie uns den Bereich des Brunnens zur Wasserentnahme für das Stadtbad anzuschauen.
Dann ging es die drei Treppen hinauf in den eigentlichen Bad-Bereich. Vorbei am großen Vorhängeschloss (Bild), welches den Zugang in den Kopfbau des Stadtbades versperrte. Selbstverständlich, da unmissverständlich durch den Oberbürgermeister gefordert, am oberen Kassenbereich vorbei, um jedem, der an der Sitzung teilnahm, die Möglichkeit zu geben, die 3 Euro Eintrittsgeld zu entrichten (Bild).
Gleich zu Beginn sponserte jedoch der CDU-Stadtrat Klaube mit seinem typischen Lächeln im Gesicht und der Aussage „Ich liebe meine Heimatstadt Sangerhausen und mein Stadtbad und möchte, dass es erhalten bleibt und bin daher gern bereit für eine solche Veranstaltung zu spenden“. Die dann noch fehlenden Eintrittskarten übernahm Herr Oster.
Nun begann nach einer kurzen Begrüßung durch den Fraktionsvorsitzenden Herrn Oster und einer Vorstellungsrunde, die Begehung des Bad-Bereiches. Entsprechend der Uhrzeigerrichtung beginnend mit dem frei zugänglichen oberen Teil des Kopfbaus, dem Bereich des Schwimmmeisters, der Duschen und des Sanitärbereiches.
Herr Hüttel (Linke) ging dann kurz auf die Historie des Sangerhäuser Stadtbades ein. Die technischen Parameter des Bades waren allen Anwesenden bekannt, sodass sich die Gruppe direkt zum Nichtschwimmerbereich begab. Hier gab es eine längere Diskussion zu dem aktuell vorliegendem Variantenvergleich, welche von der städtischen kommunalen Bädergesellschaft in Auftrag gegeben worden war. Vor allem die Fragen nach einem möglichen notwendigen oder nicht notwendigen Edelstahlbecken oder gegebenenfalls möglichen Alternativen wurden von Herrn Hein fachgerecht erläutert. Selbstverständlich kam auch das Thema der Wasserzuführung, der Schwallrinne sowie der notwendigen Durchmischung des Wassers nicht zu kurz, da dies einer der Dreh- und Angelpunkte bezüglich der derzeitigen Ausnahmegenehmigung darstellt.
Weiter ging es zum südlichen Beckenrand. Hier waren sich alle einig, dass dort wohl die größte Änderung des denkmalgeschützten Badebeckens entstehen wird. Aufgrund der Größe, der Länge und Breite des derzeitigen Beckens wäre eine bauliche Trennung zwischen dem Schwimmer und Nichtschwimmerbereich von mindestens 1,20 m Breite zu empfehlen. Damit würde man neben einer deutlichen Verringerung der Wassermenge auch viele technische Unwägbarkeiten im Bezug auf die Durchströmung des Wassers in den Griff bekommen und eine Fläche für zusätzliche gestalterische Elemente einfügen können.
Es wurden nun verschiedene Möglichkeiten der Erhaltung, vor allem der 50 m, bzw. den neu gemessenen 49,87 m Bahnen besprochen. Hier wurden verschiedene technischen Lösungen durch den Architekten erläutert. Dabei wies er nochmals auf die notwendige Schwallrinne hin, die den gesamten Beckenbereich, bzw. die möglichen neuen beiden Beckenbereiche allumfassend begrenzen müssen. Eine bauliche Trennung des Schwimmer-Bereichs und des Bereiches des Sprungturmes wurde verneint. Hier böte sich eher eine zeitlich operative Regelung durch den Bademeister an. D.h. bei jeweiligen Veranstaltungen den einen oder anderen Bereich mittels Leinen zu begrenzen oder zu sperren. Auch das hier und da diskutierte Abfräßen des Beckenrandes wurde als nicht zielführend erachtet, zumal dieser Eingriff auch nur schwer reversibel wäre. Dies eine berechtigte Forderung des Denkmalschutzes.
Auch über eine Neuerrichtung der vor vielen Jahren abgerissenen Startblöcke wurde gesprochen.
Es ging weiter zum Becken für die Kleinstkinder, welches sich auf einer Anhöhe im bergigen Gelände des Stadtbades befindet. Auch hier waren sich Herr Hein und die Räte einig, dass es sich als die beste Variante darstellt, für die kleinsten Badegäste, wie auch für die Bädergesellschaft ein abgeschlossenes, einzelnes Becken. Durch ein Sonnensegel, welches bereits vorhanden ist, werden die Kinder am Besten zusätzlich vor der direkten Einstrahlung der Sonne geschützt.Bevor die Gruppe den Schwimmer-Bereich verließ, schaute sie sich noch den Sprungbereich sowie den Sprungturm an, welcher auf jeden Fall auch erhalten bleiben sollte. Am Ende des Rundganges ging es nochmal zum derzeitigen technischen Anbau des Eingangsgebäudes. Hier kann man sich auch vorstellen, die gesamte neue notwendige Technik unterzubringen. Ein guter Effekt, auch um die Kosten der Sanierung nicht zusätzlich in die Höhe zu treiben.
Beim abschließendem Gespräch zwischen dem Architekten und den anwesenden Räten bzw. sachkundigen Einwohnern versprach Herr Hein, dass er versuchen werde, bis zur öffentlichen Hauptausschusssitzung am Montag, den 24.06., um 17.oo Uhr im neuen Rathaus, Raum Baunatal seinen zuvor bereits verschickten Planungsentwurf entsprechend der gemachten Erkenntnisse die Bad-Begehung nochmal zu überarbeiten und den Räten zur Verfügung zu stellen. Herr Hein, welcher von der landschaftlichen Einbettung des Sangerhäuser Bades beeindruckt war, kann sich auch gut eine mögliche zusätzliche Attraktion in Form von 1-2 Wasserrutschen unter Einbeziehung der bergigen Einfassung des Beckens vorstellen.
Trotz der Unwegbarkeiten, der öffentlichen Fraktionssitzung der freien Demokraten mit den anderen anwesenden Mitglieder anderer Fraktionen, durch die Verwaltung, hat die über 2-stündige Vor-Ort-Besichtigung viele neue und vor allem klarere Erkenntnisse zur geplanten denkmalgerechten Sanierung gebracht. Wie die Mitteldeutsche Zeitung in einer kleinen Umfrage festgestellt hatte, wollen die Sangerhäuser Badegästen genau diese sanfte und wenig in den Bestand eingreifende Sanierung. Diese Überzeugung teilten auch die Teilnehmer der Begehung.
Unsere Redakteurin Frau Antje Mindl-Mohr brachte in es in einem Facebook-Eintrag auf „Sangerhausen meine Heimatstadt“ auf den Punkt: „Das Sangerhäuser Stadtbad ist eines von zahlreichen Bädern des "Bäderarchitekten" Otto Immendorff. Es ist allerdings eines der wenigen, das baulich bisher nicht verändert bzw. verfälscht wurde. Gibt es nicht gerade in Sangerhausen eine Ausstellung zum Thema "Bauten der Moderne?"“
Die Mansfeller Zeitung bleibt an dem Thema dran.

Zu Ihrem zusätzlichen Informationsbedürfnis geben wir noch folgende Links zur Vertiefung:
www.stadtbad-sangerhausen.de/
www.mz-web.de/sangerhausen/stadtbad-sangerhausen-ob-sven-strauss--spd--sorgt-mit-brief-fuer-wirbel-32734294


Holger Hüttel

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